Panzerhemd



Panzerhemd


Inventar Nr.: KP B XVII.373/1
Bezeichnung: Panzerhemd
Künstler / Hersteller: unbekannt
Datierung: wohl 17. Jahrhundert
Objektgruppe: Ausrüstung und Defensivwaffen
Geogr. Bezug: Türkei
Material / Technik: Vernietete Kettenringe aus Eisen, am Brust- und Rückenbereich sind Silberscheiben angebracht, die teilweise vergoldet und graviert sind. Auf dem angesetzten, am Halsbereich gefütterten Kragen sind zahlreiche aus Silber getriebene Sterne, Sternwirbel und bütenartige Bleche angesetzt. Korallenperlen hängen an silbernen Spiraldrähten zwischen den silbernen Blechen. (05.11.2012 AB)
Maße: Zierscheiben ca. 53 mm (Durchmesser)
Ringe am Stehkragen 8 mm (Durchmesser)
Ringe des Kragens 5 mm (Durchmesser)
Stehkragen ca. 15 cm (Breite)
Ringe des Hemdes 10 mm (Durchmesser)
Länge Kragen hinten ca. 24 cm (Länge)
Breite Kragen ca. 30 cm (Breite)
Schlitz oben inkl. Kragen ca. 27 cm (Länge)
Schlitz unten vorne und hinten ca. 22 cm (Länge)
mit waagrecht ausgelegten Ärmeln ca. 110 cm (Breite)
Abstand Taille von Unterkante ca. 40 40 cm (Höhe)
ohne Ärmel ca. 56 cm (Breite)
9,5 kg (Gewicht)
ca. 80 cm (Länge)


Katalogtext:
Das Panzerhemd zählte zur Ausrüstung eines Reiters und schützte ihn vom Hals bis zu den Oberschenkeln. Sein Zuschnitt garantierte die bestmögliche Bewegungsfreiheit des Oberkörpers. So ist es im Brustbereich durch zusätzliche Kettenringe rund 25 cm weiter als im Bereich der Taille. Der Reiter konnte mühelos die Arme zum Bogenschießen spreizen, profitierte aber auch von der anschmiegsamen Passform des Hemdes. Das Kettengeflecht besteht aus vernieteten Eisenringen mit etwa 10 mm Durchmesser, wobei in jeden Ring vier weitere Ringe eingehängt sind. Am reichsten geschmückt sind der Brustbereich mit Zierscheiben sowie der Kragen aus feinerem Kettengeflecht, der dicht mit Sternen, stilisierten Sonnen und Blüten aus teilweise vergoldetem Silber sowie mit Korallen besetzt ist. Unter dem Panzerhemd trug der Kämpfer ein gefüttertes Baumwollwams, darüber ein sogenanntes „Talisman-Hemd“, das mit Schutz spendenden Koranversen, Gebeten, magischen Zahlen und Zeichen verziert war. (15.10.12 AS)


Quellen:
Inventar Armatur- und Wachszimmer um
1780 (B XVIIa), S. 4, Nr. 44

Literatur:
Löwe und Halbmond 2012; Kat. Ingolstadt 1979, S. 94, 96, 130, Kat. 41


Zitierweise:
Es wird empfohlen, folgende Zitierweise zu verwenden:
KP B XVII.373/1. In: Katalog der Osmanischen Waffen der Museumslandschaft Hessen Kassel (Online-Kataloge der Museumslandschaft Hessen Kassel). Hrsg. von der Museumslandschaft Hessen Kassel, Kassel 2012, http://turcica.museum-kassel.de/204475/, 30.3.2017.


Letzte Aktualisierung: 30.03.2015


Wissenschaftliche Kommentare:

Hier können Sie uns Anmerkungen und Kommentare zu unseren Objekten hinterlassen, die nach Sichtung durch unsere Mitarbeiter allen Lesern angezeigt werden. Gerne können Sie uns dabei auch Ihren Namen und Ihre Institution nennen, es ist aber nicht erforderlich. Sie können uns auch Ihre E-Mail-Adresse mitteilen, die ausdrücklich nur von unseren Mitarbeitern eingesehen werden kann.

Bisher wurden keine Kommentare geschrieben.

Einen neuen Kommentar hinzufügen.




© Museumslandschaft Hessen Kassel 2017
Datenschutzhinweis | Impressum