Schnapphahngewehr



Schnapphahngewehr


Inventar Nr.: KP B XVII.319/1
Bezeichnung: Schnapphahngewehr
Künstler / Hersteller: unbekannt
Datierung: wohl 18. Jahrhundert
Objektgruppe: Feuerwaffen
Geogr. Bezug: Nordafrika (Algerien?)
Material / Technik: Lauf aus Eisen, stark verschliffen, Bohrung ohne Züge. Gemarktes Kammerstück, im Querschnitt rund mit leichtem Mittelgrad. Der daran anschließende Laufteil nach vorne durchgehend zwölfeckig. Zwei wangenseitige Rundkopfschrauben, die vordere sichert das Schloss, die hintere sichert den Laufboden und wahrscheinlich ebenfalls das Schloss. Birnenförmige Mündung, mit aufgelötetem Korn aus zwei parallelen Metallsteifen. Laufboden mit Kielbogen und einem Visierloch. Der Lauf ist durch Eisenschnitt, Gravuren, Punzierungen und Silberblechen verziert. Letztere fehlen vereinzelt oder haben Fehlstellen. Schnapphahnschloss aus Eisen mit Sperrvorrichtung, Eisenschnitt, Punzierungen und Gravuren. Geriffelte Schlagfläche, Abzug aus Eisen, Abzugsbügel aus Buntmetall. Räumnadeln und Gehäuse fehlen. Keine Spuren, die auf ein Räumnadelgehäuse hinweisen. Keine Bohrungen für Trageösen. Ladestock aus Holz, einseitig Eisentülle mit konischem, zu 2/3 eingängigem, zu 1/3 zweigängigem Ausdreher unter Schraubkappe. Der Ladestock ist wegen Bruchs deutlich kürzer als die Laufbohrung, somit fehlt der Stopfer. Schaft aus Holz (europäisch), zwei Buntmetall-Blechbeschläge im Bereich der Ladestockmündung, zwei weitere, wangenseitig auf Höhe des Schlosses und ein runder mit Perlmutteinlage auf der Oberseite im Bereich der Kolbenwölbung. Abschluss des Kolbens (mit „6.“ gekennzeichnet) aus Elfenbein, durch zwei Eisenschrauben befestigt. Seitlich am Elfenbein, Verzierung durch Buntmetall. Ziernägel aus Buntmetall auf dem Schaft. (31.10.2012 FHT) Teile des seitlich am Schaft eingesetzten Dekors fehlen. (12.10.12 AB)
Maße: 128,5 cm Ladestock (Länge)
142,5 cm Lauf (Länge)
140,7 cm Laufbohrung (Länge)
ca. 20 mm Kaliber x Kaliberlänge ca. 70 (Durchmesser)
180,4 cm gesamt (Länge)
7900 g (Gewicht)
Beschriftungen: Marke: unleserlich


Katalogtext:
Die gesamte Kolbenform entspricht nicht dem typischen Erscheinungsbild türkischer Gewehre, sondern weist auf eine Produktion in Nordafrika hin. Die Mündung ist birnenförmig ausgestellt. Später wurde die Waffe europäisch überarbeitet. (15.10.12 IB)


Quellen:
Inventar Armatur- und Wachszimmer um
1780 (B XVIIa), S. 2, Nr. 19

Literatur:
Löwe und Halbmond 2012


Zitierweise:
Es wird empfohlen, folgende Zitierweise zu verwenden:
KP B XVII.319/1. In: Katalog der Osmanischen Waffen der Museumslandschaft Hessen Kassel (Online-Kataloge der Museumslandschaft Hessen Kassel). Hrsg. von der Museumslandschaft Hessen Kassel, Kassel 2012, http://turcica.museum-kassel.de/200878/, 28.7.2017.


Letzte Aktualisierung: 30.03.2015


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