Garnitur von 3 Wurfspießen mit Köcher



Garnitur von 3 Wurfspießen mit Köcher


Inventar Nr.: KP B XVII.65
Bezeichnung: Garnitur von 3 Wurfspießen mit Köcher
Künstler / Hersteller: unbekannt
Datierung: 1695-1703
Objektgruppe: Blankwaffen, Schlag- und Stangenwaffen
Geogr. Bezug: Osmanisches Reich
Material / Technik: Speere: Holz (Mahagoni?), Speerspitzen Stahl, dreikantig mit Hohlkehle, partiell vergoldet, Speerenden mit Manschetten (a: 11,7; b: 12, c:11,2 cm) aus vergoldetem Silber mit Niello, floral graviert. Speerenden die letzten 10,8 (c: 10,2) cm einseitig abgeflacht. Gemeinsame Holzscheide, mit schwarzem Lederüberzug, die innere röhrenförmige Dreiteilung durch entsprechende Wölbungen auch an den Außenseiten erkennbar, das entsprechend geformte Mundblech und die beiden Scheidenzwingen mit je einem Ring aus vergoldetem Silber und Niello, auf dem Mundblech beiderseits in je drei Längsstreifen gravierte, punzierte und ziselierte Blumenranken vor fein gerauhtem Grund, auf der Vorderseite an Mund- und Ortblech und Scheidenzwingen in sich verdrehte Zierdrähte, ebenfalls vergoldet. (05.11.12 AB)
Maße: schmalste Stelle Speer a und b 1,5 cm (Durchmesser)
breiteste Stelle an allen Speeren 1,9 cm (Durchmesser)
schmalste Stelle Speer c 1,7 cm (Durchmesser)
Scheide am Mundblech: 8,6 cm (Breite)
Scheide: 78 cm (Länge)
Scheide: 522,8 g (Gewicht)
Speer c: 265,3 g (Gewicht)
Speer b: 278,4 g (Gewicht)
Speer b 86,5 cm (Länge)
Speer a: 274,8 g (Gewicht)
Speer c: 86,7 cm (Länge)
Speer a: 86,5 cm (Länge)
Beschriftungen: Tughra: Mustafa II (1695-1703) (auf der Rückseite des Ortbandes auf den silbervergoldeten Beschlägen aller drei Wurfspieße)


Katalogtext:
Aus Berichten europäischer Gesandter in Istanbul wissen wir, dass sich osmanische Reiter im Umgang mit Wurfspießen regelmäßig übten. Im sogenannten Djerid-Spiel traten sie mit Stäben gegeneinander an: „Jener, auf den geschossen worden ist, der fängt oft mit der Hand den fliegenden Stab, bald wieder hebt einer einen Stab in vollem Galopp von der Erde auf, dass es zu verwundern ist. [...] Wird aber einer mit dem Stab getroffen, spürt er es wohl. Einstmals wurde einem ein Auge mit dem Stab ausgeschossen. Sie verstehen es aber meisterlich, sich hinter ihren Rossen zu decken und die Stäbe über sich hinwegfliegen zu lassen“ (Reinhold Lubenau (1556–1631), zitiert nach Teply 1968, S. 297 f.). Die Wurfspieße mit dreikantiger Stahlspitze und abgeflachtem Ende wurden zweifellos nicht zu Trainingszwecken genutzt, sondern konnten im Ernstfall als Waffe dienen. Mit Hilfe mehrerer Tughras können sie in die Regierungszeit Sultan Mustafas II. (1695–1703) datiert werden. (15.10.12 AS)


Quellen:
Inventar Armatur- und Wachszimmer um
1780 (B XVIIa), S. 2, Nr. 17

Literatur:
Löwe und Halbmond 2012; Kat. Ingolstadt 1979, S. 135, Nr. 97


Zitierweise:
Es wird empfohlen, folgende Zitierweise zu verwenden:
KP B XVII.65. In: Katalog der Osmanischen Waffen der Museumslandschaft Hessen Kassel (Online-Kataloge der Museumslandschaft Hessen Kassel). Hrsg. von der Museumslandschaft Hessen Kassel, Kassel 2012, http://turcica.museum-kassel.de/200350/, 28.7.2017.


Letzte Aktualisierung: 21.07.2017


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