Prunksäbel mit Griff aus Jade, die Montierungen des Griffes und die Beschläge der mit rotem Samt bezogenen Scheide aus teilweise vergoldetem und nielliertem Silber



Prunksäbel mit Griff aus Jade, die Montierungen des Griffes und die Beschläge der mit rotem Samt bezogenen Scheide aus teilweise vergoldetem und nielliertem Silber


Inventar Nr.: KP B II.611
Bezeichnung: Prunksäbel mit Griff aus Jade, die Montierungen des Griffes und die Beschläge der mit rotem Samt bezogenen Scheide aus teilweise vergoldetem und nielliertem Silber
Künstler / Hersteller: unbekannt
Datierung: um 1700
Objektgruppe: Blankwaffen, Schlag- und Stangenwaffen
Geogr. Bezug: Osmanisches Reich (?), Polen (?)
Material / Technik: Klinge aus auffällig silbrigem Stahl, leicht verbogen, zum Rücken hin auf beiden Seiten zwei Hohlkehlen. Die florale Verzierung ist stark abgerieben. Eine herstellungszeitlich fehlerhaft verschweißte Stelle. (30.10.2012 FHT)
Vogelkopf-Griff aus dunkelgrüner Jade, Griffband aus Kupfer, vergoldet und graviert, Griffnieten aus vergoldetem Silber (Abdeckplättchen), Parierstange aus Silber, gegossen, getrieben, graviert, und partiell vergoldet. Die silbernen Stellen sind nach der Vergoldung eingearbeitet. An den Enden eingelötete gegossene und vergoldete Rosetten. Scheide aus Holzkern, mit rotem Seidensamt bezogen, Mund- und Ortblech aus Silber, teilweise vergoldet, punziert und graviert, mit Niello. Vermutlich Janitscharenwaffe. (12.10.2012 AB)
Maße: Säbel: 577 g (Gewicht)
Scheide: 252,8 g (Gewicht)
Scheide: 72,7 cm (Länge)
Rückenschneide: 25 cm (Länge)
Krümmungshöhe 1,3 cm (Höhe)
Schneide: 68 cm (Länge)
Klingenbreite an der Pariertstange 2,9 cm (Breite)
Säbel: 81 cm (Länge)


Katalogtext:
Der prunkvolle Säbel mit Griffschalen aus jadeartigem Stein und einer Scheide mit rotem Samtüberzug war möglicherweise eine reine Schauwaffe. Darauf deuten die kostbaren Materialien, das vergleichsweise geringe Gewicht, aber auch die zu schmale, biegsame Klinge hin. Allerdings wurde der Säbel zu einem unbestimmten Zeitpunkt überarbeitet, wobei die ursprüngliche Klinge vermutlich ersetzt wurde.
Die biegsame, bewegliche Klinge muss jedoch nicht zwangsläufig auf mindere Qualität hinweisen, sondern könnte auch dazu gedient haben, dem Gegner durch das Schwingen beim Schlag größere Verletzungen zuzufügen. (15.10.12 AS)


Quellen:
Inventar Armatur- und Wachszimmer um
1780 (B XVIIa), S. 15, Nr. 21

Literatur:
Löwe und Halbmond 2012; Kat. Ingolstadt 1979, S. 136, Nr. 106


Zitierweise:
Es wird empfohlen, folgende Zitierweise zu verwenden:
KP B II.611. In: Katalog der Osmanischen Waffen der Museumslandschaft Hessen Kassel (Online-Kataloge der Museumslandschaft Hessen Kassel). Hrsg. von der Museumslandschaft Hessen Kassel, Kassel 2012, http://turcica.museum-kassel.de/197947/, 19.1.2017.


Letzte Aktualisierung: 30.03.2015


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Ruedi Schär schrieb am 28. November 2013, um 21:37 Uhr:
Blankwaffen Osmanisches Reich
Ein ehrliches Kompliment zu ihrem Online Katalog Osmanische Waffen. Sie zeigen wirklich unverfälschte Objekte und nicht nur
nachträglich auf Prunk aufgemotzte Dolche und Säbel wie in Dresden !
Hoffe das sie in Zukunft noch einige Stücke aus dem 17. & frühen 18. Jahrhundert finden können. Als langjähriger Sammler und Liebhaber weiss ich wie rar solche Stücke sind. Zum Schluss, solche \"Gebrauchswaffen\" dürfen durchaus Spuren ihrer oft harten Vergangenheit zeigen. Jede Scharte hat ihre eigene Geschichte !!

Mit freundlichen Grüssen, R. Schär aus der Schweiz

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